Site-Besucher lesen nur 20% des Textes
Dass die meisten Website-Besucher die wohl-formulierten Texte nicht lesen, sondern hauptsächlich scannen, darf mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden. Übrigens: Danke, dass Sie zumindest diesen Text lesen! ,-)
Der Usability-Forscher Jakob Nielsen hat auf Basis einer Fremd-Studie eine interessante - wenngleich wohl etwas theoretische - Berechnung angestellt: Demzufolge gibt es einen fast linearen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wörter auf einer Website - und der durchschnittlichen Verweildauer auf dieser Seite. Dafür gibt es nun sogar eine Formel: y=0,0044x + 25.
Was das bedeutet ist ganz einfach:
* Erstens, die meisten Besucher verbringen - unabhängig von der Wortanzahl - rund 25sec auf einer Seite (vermutlich, um sich mal zu orientieren und die Bilder zu betrachten)
* Zweitens, die Besucher verbringen grundsätzlich mehr Zeit auf längeren Seiten
* aber drittens: sie verbringen nur 4,4 Sekunden mehr pro 100 zusätzlichen Wörtern
Das Problem dabei: Kein Mensch kann 100 Wörter in knapp 4 Sekunden lesen. Wenn man nun eine durchschnittliche Lesegeschweindigkeit heranzieht, ergibt sich (rechnerisch), dass der Besucher nur rund 20% des Textes tatsächlich liest. Der Rest wird überflogen oder gänzlich ignoriert.
Was sollten wir daraus lernen?
Auch wenn natürlich Vorsicht geboten ist bei einem solchen rein mathematisch-statistischen Ansatz (und man so natürlich viele Websites über einen Kamm schert, die sehr unterschiedliche Zielgruppen ansprechen), so kann man dennoch ein paar grundlegende Schlüsse ziehen:
* In der Kürze liegt die Würze (Eigenwerbung: Das lernen Sie in unserem Seminar "Erfolgreich Online Texten")
* Wenn Sie sehr viel an Information haben: Teilen Sie die Informationen in mehrere "Häppchen" auf (z.B. in dem Sie sie auf unterschiedliche Seiten verteilen und darauf verlinken)
* Gestalten Sie Ihre Texten "scan-geeignet": Überschriften, Links, Formatierungen, usw.
* Und kürzen Sie Ihre Texte nochmal um 25%. Ja, wirklich. ,-)








