Ihre Anfrage:

Anrede:
Bitte geben Sie eine Anrede an!
  akad. Titel: nachg. Titel:  
Vorname:
Bitte geben Sie einen Vornamen ein!
Nachname:
Bitte geben Sie einen Nachnamen ein!
E-Mail:
Bitte geben Sie eine Email-Adresse ein!
Nachricht:
Bitte geben Sie eine Nachricht ein!

absenden

SPYW - Was soll denn das wieder sein?

17.02.2012 - Michael Kornfeld

In unseren Breiten ist ein neues Feature von Google Search noch vielfach unbemerkt geblieben - doch hier bahnt sich eine grundlegende Änderung mit potentiell dramatischen Konsequenzen an. Womit sich Google bereits jetzt nicht viele Freunde macht - und das Thema Suchmaschinen-Optimierung um einiges komplexer machen wird. Doch der Reihe nach.

 

Was ist SPYW?

SPYW steht für "Search, Plus Your World". (Ja, ich finde auch, dass das eine selten dämliche Bezeichnung für ein so grundlegendes Feature ist). Im Grunde bedeutet SPYW, das bei einer Google-Suche nicht mehr nur die "normalen" Websites aufgelistet werden, sondern es werden auch (passende) Seiten aus Google+ gelistet, die mit dem User persönlich geteilt wurden (wenn er bei irgendeinem Google-Dienst eingeloggt ist).

 

(Hinweis: Derzeit funktioniert SPYW nur auf google.com, nur für englische Suchbegriffe und nur wenn man mit einem Google-Account eingeloggt ist).

 

Die Grundüberlegung: Websites werden von Leuten entwickelt, mit denen man im Normalfall nichts zu tun hat - doch in den Social Media werden Inhalte von Menschen geschrieben, mit denen man eine Verbindung hat. Daher sind diese Inhalte - so der Gedanke von Google - relevanter. Das wirkt sich auf die Suchergebnisse aus (die dann eben mehr "privaten" Content enthalten sollen) als auch auf die Sucheingaben. Und das ist garantiert erst der Anfang

 

Gut oder schlecht?

Google argumentiert also damit, dass die Suchergebnisse damit noch persönlicher (und so relevanter) sein sollen. Und Tatsache ist wohl, dass einige (viele?) User sich freuen werden, wenn nicht nur öffentliche Inhalte, sondern auch "private" Inhalte in einer einzigen Suchergebnis-Liste angezeigt werden.

 

Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von Nachteilen:

 

Unterschiedliche Suchergebnisse:

OK, die Suchergebnisse von Google sind ja jetzt schon personalisiert (und geographisch angepasst). Doch mit SPYW sind die Ergebnisse für verschiedene User bald komplett unterschiedlich. Und sehen außerdem völlig anders aus - je nachdem, ob man bei Google eingeloggt ist oder nicht.

 

Datenschutz wieder ein Thema:

Auch wenn Google hier einige Vorkehrungen getroffen hat - es gibt Bedenken, ob es für viele nicht verwirrend (und beängstigend) sein könnte, wenn man plötzlich auch rein private Ergebnisse bei Google findet - und nicht jeder sofort realisiert, dass diese Ergebnisse nur für denSuchenden selber sichtbar und nicht öffentlich sind.

 

Nur G+, nicht facebook & Co:

Das Hauptproblem mit SPYW ist aber vermutlich ein anderes: Google bringt nur Inhalte von seinem eigenen Dienst Google+. Es werden keine persönlichen Inhalte von facebook, twitter & Co aufgelistet. Offiziell wegen der Benützungs-Bestimmungen dieser Dienste - doch in Wahrheit will Google wohl nur G+ pushen. Aus Unternehmenssicht verständlich - doch die Ergebnisse werden dadurch nicht unbedingt besser.

 

Dafür gibt es bei SearchEngineLand ein schönes Beispiel zu lesen: Wenn man nach dem engl. Begriff für "kochen" sucht, listet SPYW ganz oben Seiten von Jamie Oliver aus G+ auf, die seit Monaten nicht aktualisiert wurden - wenn jedoch eine "normale" Google-Suche durchgeführt wird, sind ebendiese G+-Seiten überhaupt nicht unter den Suchergebnissen - sondern die top-aktuellen twitter-Einträge von Jamie Oliver.

 

Ist Suchmaschinen-Optimierung (SMO) tot?

Eines ist klar: Wenn jeder User in Zukunft völlig unterschiedliche, da noch stärker personalisierte, Inhalte als Ergebnis bekommt, wird dee Optimierung einer Website für Suchmaschinen noch komplexer. Auf jeden Fall die Analyse, wie "gut" eine Website nun in Google gefunden wird - oder nicht.

 

Die Bedeutung von SMO wird aus meiner Sicht dadurch jedoch nicht geringer - eher im Gegenteil. Wenn man bei Google gut gelistet sein wird, führt an einer professionellen Suchmaschinen-Optimierung auch in Zukunft kein Weg vorbei. Wobei social media, allen voran G+, auch bei SMO in Zukunft eine deutlich wichtigere Rolle spielen werden.

 

Fazit: Das Ende eines Dogmas?

Was mich bei SPYW am meisten stört: Aus meiner Sicht verlässt Google damit zum ersten Mal sein bis dato eisernes Dogma: Suchergebnisse zu liefern, die für den User möglichst relevant sind.

Denn wenn nun G+ Inhalte so offensichtlich bevorzugt werden, spielen wohl andere Kriterien für Google eine Rolle als das "beste" Ergebnis für den Suchenden. Ob sich Google damit langfristig etwas Gutes tut, bleibt abzuwarten.