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Gesellschaft & Gesetz

Wie real ist die Realität?

Dass die Damen (und manchmal auch Herren) auf Palmers-Plakaten mit Photoshop bearbeitet wurden, weiss man inzwischen. Und die halbnackte Schöne auf dem Cover von TV-Media auch. Na gut.

Doch wie sehr alle möglichen Bilder, die uns täglich auf Plakaten, Print-Anzeigen und Websites begegnen, graphisch manipuliert wurden, ist den wenigsten klar - so ist es auch kein Wunder, dass bei jungen Menschen ein Schönheits-Ideal entsteht, dass mit der wahren Realität verdammt wenig zu tun hat.

Das hat sich auch Hany Farid gedacht, Professor für Computer-Wissenschaften am Dartmouth College in den USA. Und er hat eine Software entwickelt, die zeigt, wie sehr ein Bild manipuliert wurde.

Datenschutz und die Cloud

Praktisch sind die Dienste ja, die Daten "in der Wolke" speichern: Google Docs, Evernote, Dropbox oder Yahoo! Mail. Klar, man weiß, dass man einige Daten damit außer Haus gibt und dass die dann irgendwo gespeichert werden. Doch wie sieht es da eigentlich mit der rechtlichen Situation aus, insb. was den Datenschutz betrifft?

Auf Spiegel Online gibt es dazu einen sehr lesenswerten und kompakten Artikel (der aus dem c't kompakt Security stammt) zu lesen: "Datenschutz in der Cloud".

Der Leserbrief hat ausgedient: United breaks Guitars

Wenn man früher von einem Unternehmen schlecht behandelt wurde - z.B. von einer Airline -, welche Möglichkeiten hatte man damals? Man hat sich vielleicht bei seinen Freunden über das Unternehmen ausgelassen. Oder, wenn man wirklich sauer war, hat man einen Leserbrief geschrieben. Der Effekt auf das Unternehmen? Normalerweise gleich null.

Heute sieht das anders aus. Ganz anders. Im Zeitalter des Internets, der social media und der weltweiten Verknüpfungen hat der Einzelne plötzlich Macht bekommen. Viel Macht. Lustig, wie viele Unternehmen das nach wie vor nicht begreifen (wollen).

Der Fall Dave Carroll

Ein amüsantes Beispiel ist der Fall "Dave Carroll und United Airlines". Die Story ist schnell erzählt: Der (in den USA) bekannte Sänger flog mit United Airlines - die auf dem Flug seine heiss-geliebte Taylor-Gitarre beschädigten. Und sich natürlich unter Hinweis auf AGB und andere Bestimmungen davor drücken wollten, Schadenersatz zu leisten.

Dave hätte natürlich juristisch gegen die Airline vorgehen können. Doch er hatte eine bessere - und wesentlich effektivere - Idee: Er schrieb ein Lied darüber. Der treffende Titel: "United breaks Guitars".

Ein (übrigens sehr amüsantes) Video wurde produziert und auf Youtube hochgeladen. Der Effekt? In kürzester Zeit wurde das Video über 10 Mio Mal angesehen. Die Story schaffte es in viele Print-Medien - und online würde darüber natürlich sowieso in Tausenden Blogs berichtet.

Wer liest schon die AGB von facebook?

Vermutlich kaum jemand. Kein Wunder, bei irgendwas um die 42 Bildschirm-Seiten vergeht wohl den allermeisten die Lust, sich mit den Nutzungs-Bedingungen der bekanntesten social community wirklich auseinander zu setzen.

Doch das ist ein Fehler. Mal abgesehen davon, dass die AGB nach deutschem (und österreichischem) Recht in mehrerer Hinsicht ungültig sind (viel zu lang, einige grob sittenwidrige Bestimmungen), enthalten die AGB doch die eine oder andere Bestimmung, die sich auch der begeistertste facebook-Nutzer auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Ein Highlight: Die IP-Lizenz

Mein persönliches Highlight ist der Absatz über die "IP-Lizenz"; Hier der Text im Wortlaut:

"Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest ('IP-Lizenz')."

(Übrigens, wer das nicht glaubt: Einfach hier bei facebook nachlesen.)

Ich bin zwar kein Jurist, aber selbst mir fällt da einiges auf:

Ich weiß, welche Websites Sie besuchen. Wirklich.

Kleiner Tipp: Rufen Sie Google auf und suchen Sie nach "Michael Jackson". Und dann klicken Sie auf die Website What The Internet Knows About You - und machen Sie sich auf eine Überraschung gefasst!

Denn was Sie sehen, ist eine ziemlich akkurate Liste der Websites, die Sie besucht haben. Und der Begriffe, nach denen Sie bei den Suchmaschinen gesucht haben. Erscheint zum Beispiel "Michael Jackson" in der Liste? Na eben.

Ein Jahre altes Sicherheits-Leck verrät vieles über Sie

Die Website, die so vieles über Sie enthüllt, arbeitet nicht mit komplexer Schadsoftware oder anderen komplizierten Tricks. In Wahrheit ist das Problem seit vielen Jahren bekannt und im Grunde recht simpel. Kurz zusammengefasst: Wenn Sie auf einen Link klicken, "merkt" sich Ihr Browser das, damit er den Link später in einer anderen Farbe darstellen kann. So wissen Sie, dass Sie schon mal auf den Link geklickt haben - und die Website also schon kennen.

Lesenswert: Die ganze Welt ist meiner Meinung

Einen ganz hervorragenden Artikel hat Konrad Lischka im Spiegel geschrieben. Der treffende Titel: Die ganze Welt ist meiner Meinung.

In Zeiten, wo Behavioural Targetting, Predictive Modelling oder Recommendation Engines längst mehr als nur Schlagworte sind, sollten solche Artikel zur Pflichtlektüre gehören.

Die These: Algorithmen bestimmen unsere Informationen und Meinungsbildung in einem Ausmaß, wie es den meisten wohl nicht bewusst ist.

Wussten Sie beispielsweise, dass facebook Ihnen bei weitem nicht alle Einträge Ihrer Freunde anzeigt - sondern diese Einträge filtert? Nach und nach werden die Artikel von Kontakten rausgefiltert, mit denen Sie weniger interagieren.

AdWords Neuigkeiten der letzten Wochen: Keyword Modifier, Kampagnentests, Markenrichtlinie

In jüngster Zeit gab es zahlreiche, sehr wesentliche Neuerungen bei Google AdWords - hier die Zusammenfassung:

Neuer Keyword Modifier

Es gibt eine neue Keyword-Option: "modifiziert weitgehend passend" - das Keyword kann nun mit einem "+" als in der Form verbindlich vorgegeben werden. Die neue Option füllt damit eine Lücke zwischen "weitgehend passend (broad match)" und "Wortgruppe (phrase match)". Bsp:
rote schuhe
rote +schuhe
"rote schuhe"

Im ersten Fall darf Google recht großzügig auch mit Synonymen arbeiten - eine Einblendung bei "roten Stiefeln" wäre hier möglich. Dies geht im neuen Fall nicht mehr - hier muss tatsächlich das Wort "Schuhe" vorkommen - bei "rot" lässt man Google aber noch etwas Spielraum. Den gibt es im bekannten phrase match nicht mehr (3. Zeile).

Ich kenne Ihren Standort (ich und der Rest der Welt)

I can stalk you (und der Rest der Welt auch)Wenn Sie ein Smartphone mit Kamera-Funktion besitzen, dann werden Sie vermutlich gestalked. Ohne dass Sie es wissen. Jeder weiss, wo Sie sich gerade aufhalten - zumindest immer dann, wenn Sie ein Foto auf facebook, twitter & Co hochladen.

Blindes Vertrauen in Google, zeigt Studie

An der Northwestern University wurde eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass die Probanden blind den erstgereihten Suchergebnis vertrauen. Sinngemäß "Wenn das Ergebnis weit oben ist, muss der Inhalt der Site stimmen...". Kaum jemand mache sich noch die Mühe, zu recherchieren und zu hinterfragen.

Die Studien-Autorin Eszter Hargittai im O-Ton:
"Many students think, ‘Google placed it number one, so, of course it's credible.' This is potentially tricky because Google doesn't rank a site by its credibility."

Google reiht nach Relevanz - nicht nach Wahrheitsgehalt

Google reiht jedoch nach vielen Kriterien, die vor allem die inhaltliche Relevanz der Website bewerten, wie die Teilnehner unseres Seminars Suchmaschinen Optimierung jedesmal intensiv erlernen. Dazu gehören der Inhalt der Seite selbst, seiner Umgebung und die Backlinks auf den Inhalt. Den Wahrheitsgehalt kann Google naturgemäß (noch) nicht überprüfen.

Zu den Details auf der Website der Northwestern. Die Studie wurde im
"International Journal of Communication" publiziert.

Leitfaden "Rechtliche Grundlagen für E-Mail Marketing" (Version 2)

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