WDF & IDF für SMO: Was ist'n das schon wieder?

30.03.2016 - Michael Kornfeld

Kurz zum Hintergrund: Google (und andere Suchmaschinen) möchten möglichst passende Ergebnisse zu den Suchanfragen liefern. Daher ist es für Google & Co. natürlich wichtig zu verstehen, um welche Themen und Begriffe es bei einer Seite geht -- denn nur dann kann berechnet werden, inwieweit die Inhalte dieser Seite zu einer Suchanfrage passt.

 

Ein Begriff, der hier immer wieder genannt wird, ist die "Keyword Density" (neudeutsch: Keyword-Dichte). Damit wird ganz einfach berechnet, wie oft ein Begriff auf einer Seite vorkommt, gemessen an der Gesamtanzahl der Wörter dieser Seite. Wenn also eine Seite 500 Wörter enthält und der Begriff "Wurzelbehandlung" 14x vorkommt, dann hat dieser Begriff auf dieser Seite eine Keyword Dichte von 2,8% (14/500).

 

Die Grundüberlegung: Je häufiger ein Begriff auf einer Seite vorkommt (solange es nicht "künstlich oft" ist), umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Begriff eine hohe thematische Relevanz hat. So weit, so gut.

 

Eine Daumenregel: Man sagt, dass die Keyword-Dichte für relevante Keywords ganz grob zwischen 2% und 7% liegen sollte.

 

WDF: Within Document Frequency

Der WDF-Wert ist im Grunde eine Erweiterung der Keyword-Dichte: Er sagt ebenso etwas über die relative Häufigkeit eines Begriffes auf einer Seite aus, jedoch wird der Wert durch eine Logarithmus-Funktion "gestaucht" (wen die Formel interessiert: nachzulesen bei Wikipedia).

 

Das bedeutet, dass bei zunehmender Häufigkeit der WDF (verglichen mit der Keyword-Dichte) nicht so schnell wächst. Damit soll verhindert werden, dass das Suchwort zu stark gewichtet wird. Wirklich Sinn macht der WDF jedoch erst in Zusammenhang mit IDF.

 

IDF: Inverse Dokument Frequency

Während WDF sich nur auf die eigene Seite bezieht, berücksichtigt IDF die Gesamtheit aller Seiten (oder zumindest einer Auswahl). Der IDF-Wert gibt an, wie oft der gewählte Begriff generell (auf anderen Seiten) vorkommt.

 

Anders formuliert: Der IDF-Wert ist ein Maßstab für die "Konkurrenz" für das Keyword. Die Überlegung dahinter: Es macht mehr Sinn, sich einen Text über ein Thema zu überlegen, das noch nie oder selten behandelt wurde -- als einen Artikel über ein Thema zu schreiben, das bereits tausendfach abgehandelt wurde.

 

Die Kombination: WDF*IDF

Wenn die beiden Formeln kombiniert werden, erhält man den WDF*IDF-Wert. Damit wird also die relative Gewichtung eines Begriffs auf einer Seite ermittelt, im Verhältnis zu den möglichen Seiten, die ebenfalls den gleichen Begriff enthalten. Das soll dazu führen, dass man über ein Thema schreibt, das nicht bereits allzu oft beschrieben wurde - dabei aber die sinnvollen Begriffe in ausreichender Häufigkeit auch verwendet.

 

Tools zur automatischen Berechnung

Zwar kann man sich WDF*IDF auch manuell ausrechnen - praktischer ist natürlich eine automatische Berechnung. Dafür gibt es mehrere Tools, ein sehr praktisches ist das WDF*IDF-Tool (kostenlos). Neben den Werten an sich bekommt man auch eine Liste von Wörtern, die eventuell im eigenen Text noch fehlen (oder ungenügend oft vorkommen) und daher ggfs. noch berücksichtigt werden könnten.

 

Ein weiteres nützliches Tool ist jenes von Seobility, auch dieses ist kostengünstig und sehr praktisch!

 

Unsere Meinung: Am wichtigsten ist der Leser!

Auch wenn die Berechnung von WDF*IDF sinnvoll ist, um den eigenen Text etwas besser für Suchmaschinen zu optimieren (und vor allem zu verhindern, dass ein Begriff einfach zu oft vorkommt) - daraus sollte man bloß keine Religion machen! Viel wichtiger ist es, dass der Text dem Leser gefällt -- denn am Ende des Tages trifft der Leser eine Kauf-Entscheidung, nicht die Suchmaschine.

 

Die Erfahrung zeigt, dass relevante Begriffe fast automatisch in einer halbwegs "richtigen" Häufigkeit in einem Text vorkommen, wenn man nur wirklich leser-orientiert schreibt (was nicht bedeutet, dass man nicht hin und wieder den eigenen Text mit solchen Tools überprüfen sollte, wenn das Thema SEO = Suchmaschinen-Optimierung für die eigene Website wichtig ist). 

 

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Wenn man also wirklich gute, möglichst einzigartige Texte über ein Thema schreibt, das man super-kompetent behandeln kann, sind die wichtigsten Grundvoraussetzungen bereits erfüllt. WDF*IDF hin oder her.

 

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