Die 10 schlimmsten Google Analytics Anfänger-Fehler

12.02.2017 - Michael Kornfeld

Google Analytics ist umfangreich, benutzerfreundlich und mächtig. Und die Implementierung ist ganz einfach: Tracking-Code einfügen und fertig. So denkt man zumindest.

 

Doch der Teufel schläft im Detail - und Fehler können hier ernste Konsequenzen haben: Denn falsche Zahlen führen zu falschen Entscheidungen.

 

Wir haben die 10 häufigsten Anfänger-Fehler gesammelt, damit Sie nicht auch in diese Fallen tappen!

 

1) Korrekter Tracking-Code Einbau

Es stimmt: Grundsätzlich muss man nur den Tracking-Code, den Google Analytics in den Einstellungen generiert, auf der Website einbauen. Doch dabei sollte man ein paar wichtige Punkte beachten:

  • Richtige Stelle: Je nach Tracking-Code-Version muss man den Tracking-Code an unterschiedlichen Stellen der Seiten einbauen. Bei der aktuellen Version ist wichtig, dass der Code oben im HTML-Code positioniert wird, damit er asynchron geladen wird (d.h. parallel zur Website). Die Position oben stellt sicher, dass der Seitenaufruf erfasst wird, auch wenn die Seite eventuell nicht vollständig geladen wird.
  • Wirklich auf allen Seiten: Ein Seitenaufruf wird nur erfasst, wenn der GA-Code auch wirklich eingebaut wurde. Das klingt trivial, doch oft werden Teilbereiche vergessen, die nicht über das CMS gesteuert werden - zum Beispiel die Seiten eines Shops oder eines Blogs.
  • Nicht doppelt: Ebenso kann es passieren, dass der Code doppelt eingebunden wird - zum Beispiel sowohl fix in die Webseiten als auch über einen Tag Manager. Das führt automatisch zu völlig falschen Ergebnissen.

 

2) IP-Anonymisierung

Wenn Sie Google Analytics datenschutz-rechtlich ordnungsgemäß einsetzen wollen, dann muss der Google-Analytics-Code um eine Funktion erweitert werden: Die IP-Anonymisierung. Das ist nur eine einzige Zeile, die hier ergänzt werden muss, doch das macht Google Analytics nicht automatisch!

 

Wenn Sie das Tool datenschutz-konform einsetzen möchten, ist dieser Schritt zwingend notwendig.

 

3) Achtung bei Sub-Domains

Wenn Ihre Website aus Sub-Domains besteht (z.B. shop.firma.at), dann sollten Sie unbedingt in den Einstellungen von Google-Analytics die entsprechende Option aktivieren (dabei wird der Tracking-Code verändert, er muss also ggfs. auf der Website aktualisiert werden).

 

Das ist wichtig, damit Google Analytics erkennen kann, dass Aufrufe der "normalen" Seiten und der Inhalte der Subdomain (z.B. eines Shops) zur selben Website gehören; andernfalls werden z.B. wechselseitige Links wie von einer völlig fremden Website (referrer) behandelt.

 

4) Eigene Aufrufe ausschließen

Sie wollen mit Google Analytics die Besucher Ihrer Website analysieren - und nicht Ihre eigenen Aufrufe bzw. jene der Mitarbeiter, Partner oder Agenturen. Daher sollten diese Besuche entsprechend herausgefiltert werden.

 

Andernfalls können die Besuche des eigenen Unternehmens die Zahlen stark verändern (weil sich diese normalerweise völlig anders auf der Website verhalten als firmenfremde Besucher)! Das geht ganz einfach über entsprechende Filter, die Sie in den Einstellungen definieren können.

 

5) Spielwiese anlegen

Doch bevor Sie Filter definieren: Legen Sie unbedingt eine "Test-Ansicht" Ihrer Website an, um Auswirkungen von Filtern (und anderen Einstellungen) zu testen, bevor Sie die Änderungen in Ihrer Produktiv-Ansicht umsetzen.

 

Denn eine der Tücken von Google-Analytics ist, dass die Auswirkungen von Filtern nicht rückgängig gemacht werden können! Wurden Daten nicht erfasst, weil ein Filter falsch definiert wurde, dann sind diese Daten unwiederruflich verloren. Nicht aber, wenn Sie Änderungen zuerst in der "Test-Ansicht" durchführen, um sie zu testen.

 

6) Ansicht mit allen Daten anlegen

Wenn wir schon bei den Datenansichten sind: Sie sollten außerdem unbedingt eine "Roh-Ansicht" anlegen, also eine Daten-Ansicht, die sämtliche Aufrufe (ohne Filter o.ä.) aufzeichnet. Denn dann haben Sie ein "Backup", wenn bei einem Filter oder einer anderen Einstellung in der Produktiv-Ansicht doch mal ein Fehler passiert sein sollte.

 

7) Spam-Bots ausschließen

Sie wollen natürlich möglichst aussagekräftige Zahlen. Und deshalb sollten die "Besuche" von Spam-Bots herausgefiltert werden. Dafür muss man in den Einstellungen von Google Analytics lediglich eine Checkbox aktivieren. Nur machen muss man es halt. ;-)

 

8) E-Commerce Tracking aktivieren

Es gibt in Google Analytics eine ungemein nützliche Funktion: Das E-Commerce-Tracking - das in den Einstellungen jedoch aktiviert werden muss! Dann - und wenn man die beschriebene Erweiterung am Tracking-Code umsetzt - stehen in Google Analytics eine ganze Reihe von weiteren Reports zur Verfügung.

 

Die können durchaus auch sehr spannend sein, wenn man keinen Shop hat! Beispiel: Wie viele Besuche eines Users waren notwendig, bis er sich zur Conversion (z.B. Anfrage-Formular) entschieden hat? Diese Information bekommen Sie nur mit aktiviertem E-Commerce Tracking.

 

9) Ziele definieren

Jede Website hat ein Ziel - meistens mehrere: Eine Bestellung im Shop, das Abschicken eines Anfrage-Formulars, eine Newsletter-Registrierung. Diese Ziele müssen in Google Analytics definiert werden -- denn nur dann können Conversions erfasst und analysiert werden!

 

Das ist eines der zentralen Elemente jedes Web-Analyse-Systems. Ohne Ziele - keine Ziel-Kontrolle; ohne Ziel-Kontrolle - keine Optimierung.

 

10) Tracking-Parameter-Strategie

Wenn Sie Online-Kampagnen (z.B. ein Werbebanner) umsetzen, dann können Sie über den Link auf Ihre Website Kampagnen-Informationen an Google-Analytics übergeben (das werden Sie vermutlich wissen, das sind diese etwas kryptischen Parameter wie "utm_source" usw). Diese Informationen sind für die Analyse, woher Ihre Besucher kamen und welchen Beitrag welche Kampagne geliefert hat, ungemein wichtig.

 

Doch hier gibt es einen Stolperstein: Google Analytics unterscheidet jede Schreibweise, auch Groß- und Kleinschreibung. "email", "e-mail" und "E-Mail" sind also unterschiedliche Quellen - die dann in den Reports mühsam zusammengezählt werden müssen.

 

Deshalb sollten Sie sich intern (und mit Ihren Agenturen) auf einheitliche Schreibweisen einigen (Bonus-Tipp: Über die Filter können Sie automatisch Groß- und Kleinschreibung anpassen!).

 

Apropos: Brauchen Sie Google-Analytics-Hilfe?

Alle Details zur Einrichtung und Verwendung von Google Analytics erfahren Sie natürlich in unserem zwei-tägigen Praxis-Seminar Google Analytics Intensiv; wenn Sie konkrete Unterstützung für Ihren eigenen Account benötigen, ist vielleicht unser Analytics-Gutachten für Sie interessant!

 

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