E-Commerce SEO – Mehr Traffic durch Antworten

28.11.2017 - Gastblogger

Das Problem wird Ihnen bekannt sein, wenn Sie einen Online-Shop aufbauen möchten: Wie bekomme ich mehr Inhalte auf die Seite?

 

Und damit ist nicht die Art von Inhalten gemeint, die man seiner SEO-Firma zuliebe in einem Blog mehr oder weniger regelmäßig postet, sondern solche, die echten Mehrwert für den Kunden haben.


Die Antwort liegt Ihnen bestimmt schon auf der Zunge, denn was läge näher, als auf der eigenen Seite Unklarheiten zum verkauften Produkt aus der Welt zu schaffen?

Google wird Tag für Tag mit Fragen bombardiert und meist finden sich unter den Suchergebnissen nur Ein- bis Zweizeiler in irgendwelchen Foren, die keine befriedigende Antwort parat halten. Nun wäre es doch toll, wenn stattdessen Ihre Seite auftauchen würde. Natürlich mit der bestmöglichen Antwort, die den Leser so fasziniert, dass er auch noch durch Ihren Shop stöbert.

Gehen wir das Szenario also durch:

 

1) Wo bekomme ich die Fragen her?

Überlegen Sie zunächst, welche Fragen Ihnen von Ihren Kunden regelmäßig gestellt werden. Lassen sich diese mit einer allgemeingültigen Antwort beantworten? Dann ab auf Ihre ToDo-Liste.


Als nächstes sollten Sie Foren durchforsten. Hier werden sehr oft spezifische Fragen gestellt. Suchen Sie nach Ihrem Keyword + „Forum“ und gehen Sie die relevanten Threads durch. Auch allgemeine Foren zu Themen wie Haushalt etc. können interessant sein.

Wenn Sie damit durch sind, sollten Sie Tools wie Seorch oder Answer the Public verwenden. Diese ziehen Ihnen ganz bequem die an die Suchmaschinen gestellten Fragen zu Ihrem Keyword und präsentieren diese in einer übersichtlichen Liste. Für das Keyword „Möbel“ sähe das so aus:

 

 

Zu guter Letzt sollten Sie nochmal in sich gehen und ein Brainstorming machen. Beziehen Sie am besten auch Ihre Kollegen mit ein. Welche Fragen fallen Ihnen ein?

 

Nehmen wir das Beispiel Möbel. Möbel, Umzug, Schleppen, Möbel verrücken. Wie verrückt man schwere Möbel?


Die so gefundenen Fragen sollten Sie dann mit dem Google Keywordplanner auf die genaue Formulierung prüfen. Die Leute googeln zum Beispiel eher „Möbel verrücken“ statt „Wie verrückt man schwere Möbel?“.

 

2) Wo bringe ich die Antworten auf der Seite unter?

Eine Möglichkeit wäre es, die Fragen direkt in Ihrem Blog zu beantworten. Dies geht, indem Sie zum Beispiel einen ausführlichen Ratgeberartikel verfassen.


Wenn Sie wollen, dass die Antworten nicht in Ihren anderen Beiträgen untergehen, richten Sie eine Art FAQ-Seite ein. Dies kann zum Beispiel ein Lexikon oder Wörterbuch speziell zu Ihrem Thema sein. Der Vorteil ist hier, dass es sich um eine reine Informationsseite handelt, der Blog dagegen auch zur Unterhaltung geführt werden sollte.

Ist das Thema besonders wichtig und verfügt über eine hohe Nachfrage, richten Sie eine eigene Seite dafür ein. Wenn Sie also Möbel verkaufen, könnte dies eine Ratgeberseite mit Tipps zur Pflege und Reinigung von Polstermöbeln sein.

 

3) Welchen Nutzen habe ich davon?

Natürlich muss so eine Maßnahme mit allen anderen Marketing- und SEO-Maßnahmen abgeglichen und in Relation gestellt werden. Man darf dabei auch nicht vergessen, aus welcher Intention heraus solche Suchanfragen gestellt werden. Wer nach Tipps zur Fleckenentfernung von Sofas sucht, hat vermutlich schon eines und möchte in nächster Zeit auch kein neues kaufen. Die Suchintention ist also rein informativ orientiert.


Aber: Kommt der Nutzer auf Ihre Seite, hat er zumindest schon mal von Ihrer Marke gehört - sofern Ihr Logo und Slogan gut sichtbar auf der Seite positioniert sind. Wenn Sie es geschickt anstellen, leiten Sie ihn zu ähnlichen Themen weiter und erhöhen damit seine Verweildauer. Bei einer zukünftigen Produktsuche wird er dann im besten Fall auf Ihren Shop zurückkommen.

 

Oder nehmen wir an, Sie haben sich auf eine Nische mit Wohnaccessoires spezialisiert. Nun haben Sie durch Ihre Recherche herausgefunden, dass die Leute sich bzw. Google fragen, wie sie ihren Partykeller einrichten sollen. Schreiben Sie also den besten Ratgebertext im Netz dazu und stellen im Beitrag einige Ihrer ausgefallenen Produkte vor, die super wären, um den Partykeller noch heimeliger zu machen.

Außerdem sollten Sie nicht nur an die Kunden denken, die kommen, sondern auch an die, die bereits da sind. Ein umfassendes Informationsangebot auf Ihrer Seite kommt dem Beratungsgespräch im Einzelhandel gleich. Lassen Sie den Nutzer erst gar nicht auf die Idee kommen, einen neuen Tab zu öffnen, um sich über Besonderheiten bei der Reinigung von Ledersofas zu erkundigen. Das erhöht nicht nur seine Zufriedenheit, sondern stärkt auch Ihre Expertise in dem Produktsortiment, welches Sie anbieten. Ihre Marke wird glaubwürdiger und vertrauensvoller.

 

4) Für wen eignet sich die Methode?

Für all diejenigen, deren Marketing-Budget mitsamt dem Shop noch in den Babyschuhen steckt.

 

Ist die Seite bereits auf die anvisierten Keywords optimiert, kann durch diese Maßnahme mehr Sichtbarkeit erreicht werden. Integrieren Sie sie aber sinnvoll in Ihre übergeordnete Strategie, um Inhalte mit Mehrwert auf die Seite zu bringen und mehr Benutzer durch die organische Suche auf die Seite zu locken.


Zwar widerspricht die Maßnahme im Grunde genommen der Absicht, kaufbereite Kundschaft auf die Seite zu leiten, aber für aufstrebende Shops mit wenig Budget, die gegen die Platzhirsche konkurrieren, bietet sich hier eine Möglichkeit, ein Stück vom Traffic-Kuchen abzubekommen.

 

Übrigens ist die Methode auch im Hinblick auf die Zukunft – Voice Search – eine hervorragende Möglichkeit, die Seite zu optimieren.

 

Autoreninfo:

Lukas Böhl ist Online-Marketing-Manager und Texter beim Möbelversand More2Home, der auf ausgefallene Wohnaccessoires spezialisiert ist. Die riesige Konkurrenz erfordert kreative Maßnahmen, um nicht in den Suchergebnissen unterzugehen.

 

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