Firefox bald mit automatischem Tracking-Blocker

02.09.2018 - Michael Kornfeld

Die Mozilla-Foundation, der Hersteller des beliebten Firefox Browsers, hat in einem aufsehen-erregenden Blog-Artikel angekündigt, die Strategie hinsichtlich Werbe- und Tracking-Codes wesentlich zu verschärfen.

 

In einem der nächsten Releases wird ein Tracking-Blocker bei Firefox mit an Bord sein - und von Haus aus aktiviert sein. Das zumindest soweit die Tests, die für September angekündigt wurden, erfolgreich verlaufen.

 

Mit den neuen Firefox-Versionen werden langsame Tracking-Codes automatisch rausgefiltert, Cookies von Drittanbietern werden blockiert und schädliches Verhalten von Websites (wie z.B. die Nachverfolgung via Fingerprinting) werden automatisch unterbunden. 

 

Eigentlich nichts Neues - oder doch?

Es gibt bereits viele Tools - auch für Firefox - die solche Funktionen für alle User, die Wert auf Datenschutz legen, bereitstellen. Doch der große Unterschied: Diese Tools müssen aktiv gesucht, installiert und somit aktiviert werden; die neuen Funktionen von Firefox werden jedoch automatisch (mit dem normalen Update des Browsers) installiert und sie werden eben - wie Firefox angekündigt hat - standardmäßig aktiviert sein.

 

Nach den aktuellen Informationen werden Tracking-Skripte, die nur auf der Website laufen, von den Maßnahmen nicht betroffen sein - d.h. website-übergreifendes Tracking wird unterbunden, das Erfassen des Besuchs selber wird zugelassen.

 

Immer mehr Geister-Besucher

Allerdings könnte in Zukunft genau das (das Blockieren aller Tracking-Skripte) von Firefox angeboten werden - denn der Datenschutz ist ein wichtiges Element für Mozilla, sich damit von anderen Browsern zu unterscheiden. Das sieht man auch daran, dass es mit "Firefox Klar" bereits einen speziellen Browser für Smartphones gibt, der Tracking-Codes großflächig blockiert.

 

Damit könnte der Anteil an Usern, bei deren Besuchen Tracking-Codes blockiert werden, in naher Zukunft sprunghaft ansteigen. Und das bedeutet konsequenterweise, dass solche Besuche für viele Website-Analyse-Tools unsichtbar sein werden.

 

Damit bleibt der Blog-Artikel von Mozilla ein Aufruf an die Werbeindustrie, endlich alternative Methoden einzusetzen, die Website-Benutzer nicht so einseitig benachteiligen und ohne das Wissen ausspionieren. So lange der Austausch «Informationen gegen Daten» nicht fair und auf Augenhöhe geführt wird, so lange werden Benutzer Wege suchen, um sich davor zu schützen.

 

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