Große Wissenslücken rund um die DSGVO

16.08.2018 - Michael Kornfeld

An unserem umfangreichen Quiz zur DSGVO haben mehr als 1.400 Personen teilgenommen! Wir haben nun eine erste Analyse der Ergebnisse durchgeführt - und waren ganz schön überrascht!

 

Denn von den 40 Fragen wurden 9 von mehr als der Hälfte der Teilnehmer falsch beantwortet - und keine einzige Frage erreichte 100%.

 

Angesichts der vielen Veranstaltungen, Ratgeber und Medienberichte rund um die DSGVO haben wir mit einem anderen Ergebnis gerechnet. Auch wenn viele Grundlagen offenbar inzwischen bekannt sind, gibt es noch gefährliche Wissenslücken, die richtig Geld kosten können.

 

Gefährliches Halbwissen und echte Irrtümer

Immerhin 9 der 40 Fragen wurden von mehr als der Hälfte falsch eingeschätzt. Darunter sind einige, deren Nichtwissen relativ "harmlos" ist, weil daraus keine negativen Konsequenzen drohen.

 

Ein Beispiel: Die Aussage "Eine Datenschutz-Erklärung einer Website muss in der Navigation als eigener Punkt angeführt werden (Prinzip der Ein-Klick-Erreichbarkeit)." wurde von 33% bejaht - doch es gibt keine entsprechende Bestimmung. Natürlich muss eine Datenschutz-Erklärung leicht gefunden werden können, doch die "Ein-Klick-Erreichbarkeit" ist schlicht erfunden. Der Irrtum hat hier jedoch keine negativen Folgen - denn es drohen keine Strafen, wenn "Datenschutz" als eigener Navigationspunkt auf einer Website eingefügt wird.

 

Zweites Beispiel: Ganz anders sieht es mit folgender Aussage aus: "Wenn ein Auskunftsbegehren eintrifft, dürfen die Daten für 12 Wochen nicht gelöscht werden." Ganze 56% wussten nicht, dass diese Aussage korrekt ist! Eine Nicht-Beachtung kann hier schnell problematisch werden - denn wenn ein Unternehmen ein Auskunftsbegehren nicht beantworten kann, weil die Daten vorschnell gelöscht wurden, verstößt es damit gegen die DSGVO - mit den entsprechenden hohen Strafen, die hier vorgesehen sind.

 

Ein drittes Beispiel: "Einem Löschungsbegehren muss ein Unternehmen in jedem Fall nachkommen, da die Betroffenen-Rechte im Verfassungsrang stehen." Auch hier irrten 58%, da es sogar gesetzliche Vorschriften geben kann, die eine Löschung sogar untersagen! Als Beispiel seien hier die Aufbewahrungspflichten für rechnungsrelevante Daten genannt, diese dürfen erst nach sieben Jahren gelöscht werden.

 

Das "Highlight": 79% irrten bei der letzten Frage

Beinahe 4 von 5 Personen dachten, dass diese Aussage falsch wäre: "Falls ein Unternehmen einen externen Anwalt als Datenschutz-Beauftragten bestellt hat, muss in den meisten Fällen dieser bei Verstößen die Verwaltungsstrafen bezahlen (bzw. dessen Haftpflichtversicherung)."

 

Tatsächlich kann die Geschäftsführung eines Unternehmens einige Pflichten und auch Haftungsfragen, die sich aus der DSGVO ergeben, an externe Berater "delegieren". Allerdings gibt es dafür natürlich auch Grenzen: Wenn beispielsweise im Unternehmen gegen die ausdrückliche Empfehlung des Beraters gehandelt wird, dann ist in solchen Fällen natürlich letztendlich das Management zur Verantwortung zu ziehen.

 

Es fehlt oft das Praxis-Wissen — ein Seminartipp

Wir merken in vielen Gesprächen, dass zwar meist ein Grundlagenwissen vorhanden ist, doch es gibt immer noch viele Fragen rund um die praktische Umsetzung. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch ein entsprechendes sehr praxis-orientiertes Seminar rund um das Thema Datenschutz und DSGVO entwickelt.

 

Die ersten Termine heuer waren alle ausgebucht, daher haben wir neue Termine geplant. Denn es gibt unendlich viele Fragen für die Umsetzung in der Praxis. Was die meisten suchen: Keine Vorlesungen für Juristen, sondern Praxis-Seminare für Unternehmer und Anwender!

 

Das nächste Datenschutz-Seminar findet am 28. September 2018 in Wien und am 5. Oktober 2018 in Salzburg (jeweils ganztägig) statt: Am Vormittag die Datenschutz-Grundlagen, am Nachmittag die Datenschutz-Grundverordnung. Die Details erfahren Sie auf der Seminar-Seite Datenschutz-Grundlagen für Online-Marketing.

 

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