Firefox blockiert nun Cookies und Fingerprinting

07.09.2019 - Michael Kornfeld

Wie die Mozilla Foundation in einem offiziellem Blog-Artikel mitgeteilt hat, werden in der neuesten Version des beliebten Browsers nun Third-Party-Cookies automatisch blockiert. Außerdem wurden Technologien entwickelt, um Krypto-Mining ebenfalls zu blockieren und auch Fingerprinting kann durch den Browser nun verhindert werden.

 

Doch der Reihe nach.

 

Blockierung von Third-Party-Cookies – als Standard

Tools bzw. Erweiterungen, die Third-Party-Cookies (also Cookies von Drittanbietern) blockieren, gibt es ja schon länger. Neu ist allerdings, dass diese Funktion direkt in Firefox integriert ist und daher keine Erweiterungen gesucht und installiert werden müssen.

 

Doch die Änderung, die für die Online-Werbeindustrie wohl die größte Auswirkung haben wird, ist die standardmäßige Aktivierung. Bislang mussten Nutzer diese Tracking-Funktion gezielt aktivieren – nun ist sie das automatisch.

 

Damit wird der Anteil von Website-Usern, die ein Blocking-Tool verwenden, in relativ kurzer Zeit dramatisch ansteigen. Der Anteil könnte sich unserer Einschätzung nach verdoppeln oder gar verdreifachen – von 15% auf 40% (natürlich je nach Zielgruppe und Region sehr unterschiedlich).

 

Übrigens: Wenn Sie selber die Blockierung von Cookies für eine bestimmte Website deaktivieren möchten, klicken Sie in den Einstellungen des Firefox auf die Schaltfläche „Blockierung für diese Website aufheben“.

 

Auch Krypto-Miner werden blockiert

Krypto-Miner sind Dritte, die Ihre Rechenleistung nutzen, um Bitcoins oder andere Krypto-Währungen zu generieren, ohne dass Sie etwas davon bemerken (oder gar einen Vorteil davon haben).

 

Auch davor schützt Firefox nun. Die länger getestete Funktion wurde ebenso wie das Blocking von Cookies mit der neuen Version in den „Standardmodus“ der Content Blocking-Einstellungen aufgenommen.

 

Und auch Schutz vor Fingerprinting

Unter Fingerprinting versteht man ebenfalls eine Tracking-Technologie. Dabei wird auf Basis der Einstellungen Ihres Computer-Systems (z.B. Version des Betriebssystems, Bildschirmgröße, installierte Schriften usw.) eine ID errechnet, die der Wiedererkennung des Benutzers dient. Ein digitaler Fingerabdruck also.

 

Während diese technischen Einstellungen relativ „harmlos“ klingen, erlauben sie dennoch eine relativ zuverlässige Identifikation jedes einzelnen Benutzers. Wir haben darüber berichtet.

 

Auch solche Scripte können von Firefox nun blockiert werden, allerdings nur, wenn man in den Einstellungen die Option „streng“ wählt – d.h. standardmäßig ist der Schutz davor derzeit nicht aktiv.

 

Ein Fazit: Gut für Benutzer, problematisch für Online-Werber

Aus Benutzer-Sicht sind die neuen Features klar zu begrüßen: Die Privatsphäre wird dadurch sicher nicht perfekt, aber nun deutlich besser geschützt – ohne dass man dazu etwas tun muss (außer Firefox zu aktualisieren).

 

Damit werden auch Benutzer geschützt, die solche Funktionen – aus welchem Grund auch immer – bislang nicht genutzt haben.

 

Für die Online-Werbeindustrie ist das Firefox-Update wohl keine gute Nachricht, denn das Tracking wird so deutlich erschwert. Das wirkt sich also insb. auf die Wiedererkennung von Usern aus, insb. über unterschiedliche Websites hinweg, und damit auf die Möglichkeit, Angebote und Werbeinhalte zu personalisieren.

 

Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Rund 1x/Monat bekommen Sie die besten Artikel kostenlos in Ihre Inbox.

Newsletter abonnieren

 
 
Maus