Neu in Google Analytics: Tracking von Ladenbesuchen

28.09.2019 - Michael Kornfeld

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, Wearables & Co können immer mehr Offline-Bereiche (wie z.B. Aktivitäten in lokalen Geschäften) digital erfasst und gemessen werden. Damit können Online-Marketer noch dichter und noch genauer als bisher die heißbegehrte Customer Journey ihrer Kunden abbilden – und somit auch steuern (!).

 

Seit Ende 2018 können in Google Ads lokale Ladenbesuche als Conversions eingerichtet werden. Vor kurzem ist auch in Google Analytics das Tracking von Ladenbesuchen in der Beta-Version aufgetaucht.

 

Wir haben uns das neue Feature näher angesehen und die Highlights für Sie zusammengefasst.

 

Conversions in Form von Ladenbesuchen

Mit dem neuen Conversion-Typ lässt sich ganz einfach feststellen, wie sich die Performance von Google Ads Anzeigen auf die Besuche im lokalen Geschäft auswirkt.

 

Derzeit können allerdings nur Ladenbesuche für Displaynetzwerk-Kampagnen erfasst werden. Und sie sind nur für bestimmte Werbetreibende verfügbar, d.h. sie werden nicht für „sensible“ Standorte (wie z.B. Krankenhäuser, Kirchen, Kindergärten, nicht jugendfreie Shops usw.) angeboten.

 

Allerdings scheint das Feature im Moment eher für größere Unternehmen (mit mehreren Filialen und größeren Mengen an Besucherdaten) verfügbar zu sein. Und kann derzeit auch nicht selbst aktiviert werden – im Moment geht die Einrichtung des Conversion-Trackings für Ladenbesuche nur mithilfe des Google Supports.

 

Beta-Version in Google Analytics

Neu in Google Analytics: Ladenbesuche als ConversionNun hat auch Google begonnen das Tracking von Ladenbesuchen in Google Analytics (Beta-Version) auszurollen. Wer die Funktion aktiviert (und auch bereits genug Daten generiert) hat, findet die Berichte direkt bei den Conversions unter dem neuen Menüpunkt „Ladenbesuche“ – mit entsprechenden Auswertungen Kanälen und Standorten.

 

Voraussetzungen für die Nutzung

Damit Sie Ladenbesuche als Conversion überhaupt nutzen können, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

 

  • Sie brauchen ein Google Ads Konto und einen Google My Business Account.
  • Beide Konten müssen miteinander verknüpft sein.
  • Die Standorte müssen in Ihrem Google My Business-Konto angelegt sein.
  • Standorterweiterungen in Ihrem Google Ads Konto müssen aktiviert sein.
  • Google Signals für Google Analytics müssen aktiviert sein.
  • Und „Store Visits“ müssen als Conversion eingerichtet sein.

 

Funktionsweise und Datenschutz

Wie kommt jetzt Google darauf, wie viele Nutzer aufgrund einer Anzeige auch Ihr Geschäft besucht haben? Laut eigenen Angaben werden die Daten zu Ladenbesuchen aus anonymen, zusammengefassten Statistiken generiert.

 

Vereinfacht dargestellt gleicht Google zwei Listen ab (i.e. die Standortdaten der User und das Webprotokoll der Anzeigen-Klicks) und errechnet einen „Match“. Daraus werden anonyme Statistiken erstellt, wie viele User im Shop waren, nachdem sie auf eine Anzeige geklickt haben. Eine Zuordnung der Daten zu einzelnen Klicks oder bestimmten Personen erfolgt nicht.

 

Es werden also keine konkreten Userprofile bzw. personen-bezogenen Daten zugänglich gemacht – als Analytics-Nutzer erhält man lediglich die Statistiken. Damit ist das neue Feature datenschutzrechtlich unbedenklich und kann auch DSGVO-konform eingesetzt werden.

 

Unser Fazit

Wer sein Business nicht nur im Internet sondern auch über lokale Geschäfte betreibt, kommt an einer kanal-übergreifenden Erfolgssteuerung (Stichwort: Multi-Channel-Marketing) ohnehin nicht mehr vorbei.

 

Standen bisher im Offline-Tracking primär die Ladenverkäufe im Vordergrund, so sind mit den Ladenbesuchen und den lokalen Conversion-Aktionen (wie z.B. Anforderung von Wegbeschreibungen) für Google Ads nun deutlich mehr Messpunkte und die Einrichtung von Micro-Conversions möglich.

 

Für die großen B2C-Anbieter ist die neue Google Metrik in jedem Fall eine spannende Entwicklung. Wer da aus seinem Lokal-Marketing mehr herausholen (und auch sein Google Werbebudget optimieren ;-) möchte, sollte also unbedingt einen Blick auf die Conversion in Form von Ladenbesuchen werfen.

 

Und wer weiß, was nach der Beendigung der Beta-Phase (die noch in den Sternen steht) für kleinere Lokalbesitzer möglich ist.

 

Seminar-Tipp: Wer sich umfassendes Know-how zu Googles Analyse-Tool holen möchte, für den könnte unser 2-tägiges »Google Analytics Intensiv«-Seminar interessant sein; beim 3-tägigen Seminar »Google Analytics Zertifizierung« ist auch gleich die Vorbereitung auf die Google-Zertifizierung mit dabei.

 

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