Online-Marketing Fitness: Schlechte Noten für österreichische KMUs

08.09.2019 - Silke Mimlich

Wie gut sind heimische Unternehmen im Online-Marketing aufgestellt? Dieser Frage ist Herold in Kooperation mit marketmind nachgegangen und hat sowohl KMUs als auch Konsumenten befragt. Die Studie zeigt ein klares Ergebnis: In Sachen digitaler Präsenz ist es 5 vor 12 für Österreichs KMUs.

 

Großangelegte Studie untersucht tausende KMUs und Konsumenten

Im Auftrag von Herold hat die Marketingberatung marketmind die Werbe- und Marketing-Aktivitäten österreichischer Klein- und Mittelbetriebe unter die Lupe genommen. Dazu wurden mittels Telefon-Befragung rund 1.400 KMUs branchenweit untersucht.

 

Parallel dazu wurden auch über 1.000 Konsumenten zu ihrem Kaufverhalten interviewt – telefonisch und online.

 

Die beiden zentralen Fragen dabei waren:

  • Wo suchen Konsumenten nach einem passenden Dienstleister?
  • Und auf welcher Basis treffen sie ihre Kaufentscheidungen?

 

Darüber hinaus wurden noch rund 30.000 Websites von österreichischen Unternehmen in Bezug auf Qualität und Usability analysiert.

 

Konsumenten vertrauen auf persönliche Empfehlung und Google

Wenig überraschend zeigt die Untersuchung, dass bei der Suche nach einem Dienstleister nach wie vor die persönliche Empfehlung an erster Stelle steht (für 71% der Österreicher). Als zweit wichtigstes Recherche-Medium folgt bereits das Internet (für 57% der Österreicher), wobei hier ganz klar Google mit 92% dominiert.

 

Quelle: Infografik HEROLD - KMUs sind nicht dort präsent, wo Konsumenten nach ihnen suchen.

 

KMUs sind nicht dort, wo ihre Kunden suchen

Was allerdings besonders überrascht, ist das Ergebnis, dass Unternehmen nicht dort zu finden sind, wo die Konsumenten nach Anbietern suchen.

 

Obwohl Google zu einem der wichtigsten Medien im Kaufentscheidungsprozess der Konsumenten geworden ist, nutzen nur 34% der Unternehmen Suchmaschinen-Optimierung – und nur 25% Google Ads – für eine Präsenz in der Google Suche.

 

Auch Branchen- und Themenportale werden von Unternehmen nicht ausreichend beachtet: Nur 34% der KMUs investieren in diesen Kanal, obwohl 46% der Konsumenten hier gezielt nach Dienstleistern suchen.

 

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Facebook & Co werden von KMUs überbewertet

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Bedeutung der sozialen Medien im Kaufentscheidungsprozess: Lediglich 13% der befragten Konsumenten geben an, Facebook bei der Suche nach Anbietern heranzuziehen. Allerdings investieren KMUs verhältnismäßig mehr in eine soziale Werbepräsenz: 40% haben einen Auftritt in sozialen Medien und 20% schalten auch Social Media-Werbung. Österreichs Unternehmen scheinen die Möglichkeiten zur Kundengewinnung in sozialen Kanälen also deutlich zu überschätzen.

 

Schlechtes Zeugnis für den Webauftritt heimischer Unternehmen

77% der heimischen KMUs an, eine Website zu haben. Allerdings ist die Qualität hinter der Webpräsenz wenig erfreulich. In einer weiteren Untersuchung bezüglich Mobiltauglichkeit, Nutzerfreundlichkeit, Suchmaschinenoptimierung, technische Qualität und Sicherheit wurden bei 89% erhebliche Mängel entdeckt.

 

Die größten Schwachstellen:

  • 81% der Konsumenten nutzen das Internet am Handy – nur 61% (!) der Websites sind mobil-optimiert
  • 70% der Konsumenten erwarten up-to-date Informationen auf den Websites – nur 48% (!) der Sites wurden in den letzten 12 Monaten aktualisiert
  • 81% der Konsumenten wollen schnell und einfach Kontakt aufnehmen – auf 26% (!) der Websites fehlen E-Mail-Adresse und Telefonnummer
  • Bereits 3 Sekunden Ladezeit lassen Konsumenten ungeduldig werden – die durchschnittliche Ladezeit auf mobilen Endgeräten liegt aktuell bei 9 (!) Sekunden

 

Fazit: 5 vor 12 – Österreichs KMUs haben großen Nachholbedarf im Online-Marketing

Die Ergebnisse zeigen, dass heimische Unternehmen mit ihren Marketing- und Werbeaktivitäten im Internet nicht optimal aufgestellt sind. Da drängt sich die Frage auf, woran das liegt: Kennen die KMUs die Nutzungsgewohnheiten ihrer Kunden nicht? Fehlt das Know-how zur erfolgreichen Anwendung und Umsetzung digitaler Instrumente? Oder beides? Oder die Ressourcen (inkl. Zeit)?

 

«Angesicht des Expansionsdrangs großer internationaler Konzerne ist es für unsere KMUs im Dienstleistungssektor wirklich höchste Zeit, mithilfe smarter Online-Strategien ihre Position am heimischen Markt zu verteidigen. Andernfalls droht ihnen ein ähnliches Schicksal wie dem stationären Handel nach dem Markteintritt von Amazon & Co.» empfiehlt HEROLD-Chef John Goddard Österreichs KMU eindringlich, ihre Online-Kompetenz auf Vordermann zu bringen.

 

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